MACHT MIR DEN TEUFEL NUR NICHT KLEIN / hrsg. von C. Pom u. Dieter Jüdt

mit Scherenschnitten von C. Pom, Bene Rohlmann, Michael Zander, Boris Servais, Falk Nordmann, Frederik Jurk, Sung Hee Kim, Adrian Wylezol, Dieter Jüdt, Cleo Schwinkowski

Gleichgültig, ob die Seele, das Herz oder der Schatten eines Menschen auf dem Spiel steht, der Handel mit dem Teufel hat von jeher ernst zu nehmende Folgen… In der neuen Siebdruckpublikation von Poste Aérienne interpretieren zehn Künstler aus Deutschland, Belgien und Südkorea die Teufelspaktthematik mittels der „schwarzen Kunst“ des Scherenschnitts.

16seitiges Künstlerbuch, gedruckt auf 250g Papier von Hahnemühle, Format 28 x 37 cm, Fadenbindung, Auflage 80 Stück,

39 EUR direkt von Poste Aérienne

Aus dem Buch:

»Ich kann mich nicht bereden lassen, macht mir den Teufel nur nicht klein« (J. W. Goethe)

Gleichgültig, ob die Seele, das Herz oder der Schatten eines Menschen auf dem Spiel steht, der Handel mit dem Teufel hat von jeher ernst zu nehmende Folgen. In dem US-amerikanischen Psychothriller »Angel Heart« (1987) geht ein Soldat zur Zeit des Zweiten Weltkriegs einen Teufelspakt ein und möchte den Konsequenzen dieses Pakts – dem Verkauf seiner Seele an den Teufel – entgehen, indem er seine Identität tauscht. Die Handlung des Films entspricht der eigentümlichen Logik eines Traums, eines Albtraums mit reicher Metaphorik. Es ist eine Suche nach dem Ich, eine Suche des Harry Angel nach der Wahrheit, nach seiner Identität. Und endet mit der Fahrt zur Hölle.

Adelbert von Chamisso schildert in der phantastischen Novelle »Peter Schlemihls wundersame Geschichte« (1813) den Verkauf von Schlemihls Schatten um das Glück zu erlangen. In diesem Tauschgeschäft wird des Menschen Seele zu einem Gegenstand und er büßt ihre Lebendigkeit und Wärme ein. So erwirbt der Held der Romantik durch seinen Reichtum zwar Ansehen, jedoch nur um den Preis eines »kalten« Herzens. Der Verlust des Schattens ist hier gleichbedeutend mit der Gefährdung der persönlichen Identität. Indem sie ihren Schatten verkauft, gibt die handelnde Person einen wesentlichen Teil ihres Ichs auf. Der Schattenlose wird einem Phantom gleich, einem Trugbild das sich in Nichts auflöst.

10 Künstler interpretieren die Teufelspaktthematik, den »faustian bargain«, mittels der »schwarzen Kunst« des Scherenschnitts, welche den Zeitgenossen Chamissos Gesellschaftsspiel, Kunsthandwerk und wissenschaftliches Experiment zugleich war.

Dieter Jüdt

http://poste-aerienne.blogspot.de

http://www.poste-aerienne.com

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