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Heidi Beilstein: Scherenschnitte

8. Januar 2015 - 14. Februar 2015

| Kostenlos
Heidi Beilstein: Zweipersönige Frau

Heidi Beilstein: Zweipersönige Frau

“Mit größerer Majestät hat noch nie ein Verstand still gestanden”. Scharfzüngige Aphorismen wie dieser hat der Göttinger Gelehrte, Physiker und Philosoph Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), der als schonungsloser Sarkast und Kritiker seiner Zeit gefürchtet war, zuhauf geschrieben. Die Knappheit, der Sprachwitz, die Wahrhaftigkeit in seiner Menschenbeobachtung zünden auch jetzt noch, 200 Jahre nach ihrer Niederschrift in den “Sudelbüchern”. Die Oldenburger Künstlerin Heidi Beilstein veranlassten sie, sich auf die Suche nach entsprechenden Bildmotiven zu begeben. Das Huhn erschien ihr als “Übermittler” als der geeignete Protagonist, die ideale Besetzung, um Lichtenbergs kritische Beobachtungen zu transportieren. Es ist anatomisch in seiner Zweibeinigkeit dem menschlichen Scherenschnitt von Heidi BeilsteinWesen ähnlich. Die bizarren Hühner als Stellvertreter der Menschenwesen schaffen im Bild die nötige Distanz, so können sich Ironie und Sprachwitz entfalten. Lakonisch, ironisierend werden dem Huhn menschliche Verhaltensweisen unterstellt und Gefühlsausdruck eingegeben, der sich in seiner Körperlichkeit zeigt.

Kein Bleistift lässt sich so fein spitzen, dass er der Schärfe eines Schnitts mit der Schere gleich kommt. So passt der Scherenschnitt als Ausdrucksmittel perfekt zum Sarkasmus Lichtenbergs. Vom klassischen Schwarz-weiß ist Heidi Beilstein abgegangen, um hellere Farbtöne mit einer lebendigeren Oberflächenstruktur zu erzielen.

Experimente geben im ersten Arbeitsgang verschiedenartigen Papieren neue Oberflächen. Tinten, reichlich Wasser und viel Zeit beim Warten zeigen erst nach dem Trocknen das endgültige Aussehen der Farben und Strukturen – meist überraschende Entdeckungen. Die bräunliche Palette bleibt nah an der Realität der Hühnerfärbung. Die Hühner werden frei, ohne Vorzeichnung geschnitten; gestützt auf handtellergroße Versuche in schwarzem Papier. Kleinere Hühnchen dagegen werden wegen ihrer Winzigkeit besser erst nach dem Schnitt gefärbt. Dabei nehmen Füße und andere außen liegende feine Papierenden eine sehr dunkle Färbung an.

Heidi Beilstein, geboren in Berlin, lebt und arbeitet in Oldenburg. Nach dem Kunststudium an der Hochschule für Bildende Künste Bremen ist sie als Grafikerin tätig. Neben wissenschaftlichen Zeichnungen für die archäologische Forschung beschäftigt sie sich vor allem mit Buchillustrationen, Grafikdesign und freie künstlerische Arbeiten. Sie hat mehrfach ihre Werke in Ausstellungen präsentiert, auch zusammen mit ihrem Mann Klaus Beilstein und ihrem Sohn Felix.

Zur Ausstellung erscheint ein Buch mit Heidi Beilsteins Scherenschnitten.

Die Ausstellungseröffnung ist am Donnerstag, 08.01.2015 um 19.00 Uhr
Einführung: Dr. Irmtraut Rippel-Manß (Oldenburg)

Der Eintritt ist frei.

Details

Beginn:
8. Januar 2015
Ende:
14. Februar 2015
Eintritt:
Kostenlos
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
Webseite:
http://www.lb-oldenburg.de/termin/ausstellung2.htm

Veranstaltungsort

Landesbibliothek Oldenburg
Pferdemarkt 15
Oldenburg, 26121 Deutschland
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Telefon:
+49 (0)441-799-2800