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Britta Hondl: Bild – Schnitt

25. September 2015 - 7. November 2015

Vernissage: 25.09.2015, ab 19.00 Uhr, Galerie Kunst 2, Heidelberg

26.09. – 07.11.2015
Britta Hondl: rosebud, 2015, Acryl, Lack/Lwd., Foto: Galerie

Britta Hondl: rosebud, 2015, Acryl, Lack/Lwd., Foto: Galerie

Von Julia Behrens (Rhein-Neckar-Zeitung)

Es war einmal ein Gemälde, Acryl auf Leinwand. Dann wurde es so lange mit Schere und Skalpell bearbeitet, dass daraus etwas Neues hervortrat: Eine Frau in einem mit vielen Ornamenten durchsetzten Kleid. Das rätselhafte Werk erhielt den Titel “bild-schnitt”…

Als Synonym für eine neu angewandte Kombination und Gegenüberstellung von Malerei und Scherenschnitt liefert genau diese Arbeit jetzt das Motto für die aktuelle Einzelausstellung von Britta Hondl in der Heidelberger Galerie Kunst2.

Kurz nachdem die in Heidelberg lebende Künstlerin einen alten Scherenschnitt entdeckt hatte, der nicht käuflich zu erwerben war, begann sie sich selbst mit dieser Technik vertraut zu machen. Seit etwa zwei Jahren “malt” Britta Hondl, wie sie selbst sagt, nun schon mit der Schere und entwickelt mit diesem selten angewandten Medium ein beachtliches Ausdrucksspektrum. Dabei bleibt sie ihrem Lieblings-Sujet – introvertiert-melancholischen Frauen in wunderschön gemusterten Kleidern – treu.

Oft ist es keine Leinwand, sondern feste, dunkel eingefärbte Pappe oder schwarzes Scherenschnittpapier, aus denen sie diese unnahbaren Geschöpfe herausschneidet. Dabei bildet die Künstlerin nicht die Silhouette der Figur ab, sondern genau das Gegenteil: Sie nutzt das schwarze Material als Hintergrund und nimmt das weg, was sie darstellt. Mit beeindruckender Virtuosität kreiert sie zudem Licht- und Schattenwirkungen, die vor weißem Hintergrund einen starken Hell-Dunkel-Kontrast hervorrufen.

Fasziniert von dem Potential, das diese Technik in sich birgt, überträgt Britta Hondl gewisse Aspekte auch auf ihre Gemälde und Zeichnungen. Mal nutzt die Künstlerin den Scherenschnitt als Schablone, mal integriert sie dessen filigrane Struktur formal in ihre mehrschichtig angelegte Malerei. Und schließlich rückt sie gelegentlich einer fertig bemalten Leinwand mit ihrem Schneidwerkzeug zu Leibe, so dass schon Dagewesenes zum Teil wieder verschwindet. In den neusten Arbeiten erzeugt nicht nur der Gegensatz zwischen der intensiven, physisch anstrengenden Tätigkeit des Ausschneidens und dem zarten, eleganten Ergebnis Spannung, sondern auch das Spiel von Addition und Reduktion, das alles miteinander verklammert.

Details

Beginn:
25. September 2015
Ende:
7. November 2015
Veranstaltungskategorie:
Veranstaltung-Tags:
,

Veranstaltungsort

Galerie Kunst 2
Lutherstrasse 37
Heidelberg, 69120
+ Google Karte
Webseite:
http://www.kunst2.de