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Animation und Avantgarde. Lotte Reiniger und der absolute Film

17. Oktober 2015 - 6. März 2016

17.10. bis 06.03.2016 im Stadtmuseum Tübingen

Ausstellungseröffnung
Freitag, 16. Oktober 2015, 19 Uhr
Dr. Christine Arbogast, Erste Bürgermeisterin der Universitätsstadt Tübingen, und Bernd Desinger, Leiter des Filmmuseums Düsseldorf, begrüßen die Gäste. Die Kuratoren, Dr. Evamarie Blattner, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Stadtmuseums Tübingen, und Matthias Knop, stellvertretender Leiter des Filmmuseums Düsseldorf, führen in die Ausstellung ein.

Der weltweit erste Animationsfilm

Der Silhouettenfilm „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ (1923-1926) gilt als Hauptwerk von Lotte Reiniger. Der erste abendfüllende Trickfilm der Welt kam 1926 in die Kinos. Er erzählt die Geschichte des Prinzen Achmed, der eine Prinzessin rettet. Lotte Reiniger hat alle Protagonisten als Scherenschnittfiguren geschnitten und auf einem Tricktisch virtuos animiert. Bis heute haben „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ nichts an ihrer Faszinati- on verloren.

Verortung in der Filmgeschichte

Lotte Reiniger war mit bedeutenden Vertretern der Avantgarde, darunter Paul Wegener und Walter Ruttmann, freundschaftlich eng verbunden. Gemeinsam haben sie am 1919 gegründeten Institut für Kulturforschung in Berlin an der Entwicklung des Films gearbei- tet. Auch bei der Produktion der „Abenteuer des Prinzen Achmed“ erhielt Lotte Reiniger Unterstützung von ihren Künstlerkollegen. Die Ausstellung stellt erstmals Lotte Reinigers Hauptwerk den modernen und experimentellen Filmen der Avantgarde gegenüber. Sie vergleicht „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ beispielsweise mit dem Film „Golem, wie er in die Welt kam“ von Paul Wegener oder den abstrakten Filmen von Walter Ruttmann. Dabei geht sie der Frage nach ihren Berührungspunkten und Parallelen nach und stellt ihre jeweiligen Besonderheiten heraus. Die Ausstellung zeigt, wie eng die vordergründig völlig unterschiedlichen filmischen Positionen zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflusst haben.

Experimentelle und moderne Elemente

Lotte Reinigers Silhouettenfilme weisen experimentelle und moderne Merkmale auf: Die Künstlerin benutzte neueste Technik wie die Multiplan-Kamera, die sie mit ihren Sche- renschnitten kombinierte. Auch was die Ästhetik betrifft, hat sich Lotte Reiniger an der strengen formalen Reduktion der Avantgarde orientiert. Effekte wie Rauch, Licht oder Farbe setzte sie im Film wirkungsvoll ein. Ihre Filme zeichnen sich aber auch durch ex- pressionistische Stilmittel aus. Dazu gehören starke Hell-Dunkel-Kontraste, eine übersteigerte Gestik sowie Elemente des Mysteriösen und des Horrors. Zudem hat Lotte Reiniger die Gefühle ihrer Protagonisten visualisiert und die Kulissen kontrastreich gestaltet, um Stimmungen und Gefühle zu verstärken.

Zwischen Expressionismus und absolutem Film

Filmbeispiele und Filmstills verdeutlichen die außergewöhnliche Position von Lotte Reiniger zwischen Expressionismus und absolutem Film: Durch ihre virtuose Technik hat die  Künstlerin ihr eigenes Spiel von Licht und Schatten entworfen. Bemerkenswert für die Zeit des Stummfilms ist auch, wie sehr die einzelnen Einstellungen und die begleitende Musik in ihren Filmen eine ästhetische Einheit bilden. Zu ihrem Animationsfilm „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ hat Wolfgang Zeller die Filmmusik komponiert. (Pressetext)

Details

Beginn:
17. Oktober 2015
Ende:
6. März 2016
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltung-Tags:
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Veranstalter

Stadtmuseum Tübingen
Webseite:
http://www.tuebingen.de/stadtmuseum/

Veranstaltungsort

Stadtmuseum Tübingen
Kornhausstraße 10
Tübingen, 72070
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