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Künstler
Prommegger-Weilguni,
Brigitte
| Name |
Prommegger-Weilguni, Brigitte |
| Geboren am .. |
10.01.1962 |
| Verstorben am ... |
|
| Vereinszeitung Ausgabe |
SAW 17 |
| Autor(in) |
Brigitte Schnegg |
"In memoriam Klaus Nomi" (Abb. 1), das im
Jahr 1986 der erste Scherenschnitt aus einem Stück geschnitten.
"Thelonius", "Die Sonnenallee" (Abb. 3), "Phönixerwachen",
"Einladung zum Heringschmaus” waren die Titel weiterer Scherenschnitte,
erzählt, geboren am 10. Januar 1962 in Kirchdorf/Krems in Oberösterreich,
Brigitte Prommegger-Weilguni. Nach dem Besuch der Volks und Hauptschule
in Windischgarsten und Matura (Abitur) an der Handelsakademie in Liezen
(Steiermark) kam die Ausbildung an der Akademie in Linz mit Lehramtsprüfung
und Übersiedlung nach St. Johann im Lind Salzburg. Seit 1985 unterrichtet
sie an (]er Katholischen Privatschule "Elisabethinum" das Fach Textverarbeitung
und Publishing und heiratet 1990 in St. Johann
Angeregt durch das große kulturelle
Angebot in Salzburg begann sie selbst künstlerisch tätig zu werden.
Sie war begeistert, mit einer ganz kleinen
Schere ihre Ideen formen zu können. Bis zum heutigen Tag entsteht
der
Bildtitel meistens vor dem geschnittenen Bild und ist ein sehr wichtiger
Teil ihrer Arbeiten. "Die Massenameise", "lnthronisation", "Der Fettnäpfchenläufer",
"Hähnchentrilogie" und viele andere Titel gibt sie dabei ihren Scherenschnitten.
Vögel, Hühner, Libellen, Hunde, ... menschliche und animalische
Figuren bevölkern die Bilder von Brigitte Prommegger-Weilguni. Sie
sind eine humorvolle Betrachtung des Lebens, sind karikierende Kommentare,
oft ganze Bildgeschichten. Sie zeigt in spielerischer Weise menschliche
Eigenarten auf und lässt die Figuren komödiantisch über
das Bild tanzen. In ihren Arbeiten werden die Spiele zwischen den Menschen
und die Dramen des Alltags in den Blickpunkt gerückt. Eine Wandlung
vom konkreten, manchmal karikierenden Blick zur Abstraktion, die als Spiegel
des Unbewussten den Betrachter mit einbezieht. Also komödiantischer
Spürsinn und kritische Beobachtung, eher feine Zeichnung als kräftige
Schattenbilder, eine phantasievolle Formensprache. Metamorphasen die das
Alltägliche auf schlichteste, aber reizvolle Weise codieren und enträtselt
werden wollen?
Besonders in den 90er Jahren entstehen
kleine Bildserien von drei bis fünf Bildern. „Die beiden Fechter“
„ The Chickendales“(s. Abb. 2), „Beyond the blue horizon“ sind die
Themen dieser Bilder.
Das Bild „Beyond the blue horizon“: Vier
Herrschaften drei Damen und ein Herr in etwas fortgeschrittenem
Alter stehen am Kai oder an der Reling eines Schiffes und schauen
gebannt in dieselbe Richtung. Was sehen Sie? Nähert sich die Sonne
als blutrote Scheibe dem Horizont oder zieht eine Liebesgeschichte aus
vergangenen Tagen an ihrem inneren Auge vorüber? Fernweh, Sehnsucht
und Vergänglichkeit werden durch den minimalen, fast asketischen Einsatz
von Material deutlich und spürbar gemacht. Der Betrachter wird unweigerlich
eingeladen, in eine dieser Personen zu schlüpfen und die Gedanken
auf Reisen zu schicken...
Sie schneidet ihre Bilder nach einer genauen
Vorzeichnung auf der Rückseite des Scherenschnittpapieres aus. Jede
Linie ist geplant, nichts wird dem Zufall überlassen. Sie verwendet
dazu immer eine kleine Schere und bis vor kurzem schwarzes Scherenschnittpapier.
„Ich habe das Bild bereits im Kopf, bevor ich es zuerst eher flüchtig
skizziere und dann konkrete Umrisslinien herausarbeite, sagt sie. „Dann
schneide ich den Scherenschnitt ganz genau aus, und es ist immer wieder
ein großes Erlebnis, wenn ich dann oft nur noch einen Hauch von Papier
in der Hand halte. ich denke, hoffentlich zerreißt er mir jetzt nicht!
„Ich habe auch andere Techniken ausprobiert und habe Papiercollagen, floristische
Objekte und Webbilder gestaltet, das war aber immer nur eine kleine Untreue
dem Scherenschnitt gegenüber“, meint Frau Promegger Weilguni.
Ihre Liebe gilt nämlich nach wie vor
dem Scherenschnitt, wo sich produktive Phasen, Ausstellungen, ruhigere
Jahre, Ausprobieren von neuem, aber auch Stillstand abwechseln. Wenn sich
wieder einige angestaute Bildideen einstellen, dann werden gleich mehrere
Bilder hintereinander gemacht.
Bei neueren Schnitten verwendet sie einfarbiges
Farbpapier oder Regenbogenpapier mit fließenden Farbübergängen
für eher kleinere Scherenschnitte. „Yellow chickens“, ein „Millenniums
Scherenschnitt“, „Der Fettnäpfchenläufer II“, „Asselkäfertreffen“
und Blumenbilder entstehen unter anderem.
Die Titel ihrer Scherenschnitte müssen
immer wieder angeführt werden, sprechen sie doch für die Phantasiewelt
der Schneiderin.
Neue Anregungen holt sie sich in ihrer
Freizeit durch Ausstellungs- und Konzertbesuche und
Reisen mit ihrem Mann in Osterreich und
ins Ausland. Sie ist Autodidakt, die künstlerische Begabung stammt...
Immer wieder ist Frau Promegger Weilguni
an Ausstellungen, auch in der Stadt Salzburg beteiligt oder gibt Einzelausstellungen
und so erklärt es sich, dass fast alle Scherenschnitte verschenkt
oder verkauft sind.
Wenn sich jemand mit der Aussage eines
Bildes identifizieren kann seine eigene kleine Schwäche erkennt, sich
selbst in einem „Hühnchen“ sieht, dann hat sie ihr eigenes Gefühl
weitergeben können und die Eintragung im Gästebuch anlässlich
einer Ausstellung in St. Johann passt darin auch „Ich habe mich königlich
amüsiert.